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Über mich

Uekoetter Frank Msch-3
© Michael Schwettmann

Prof. Dr. Frank Uekötter

Lehrstuhl für Technik- und Umweltgeschichte
Universitätsstraße 150
Gebäude GA 4/54, Fachnr. 182
44780 Bochum

E-Mail: frank.uekoetter@rub.de


Sprechstunde im Wintersemester 2023/24

Meine reguläre Sprechstunde findet montags 12:00-13:00 Uhr und donnerstags 12:00-13:00 Uhr in meinem Büro statt (GA 4/54).

Während der Semesterferien stehe ich an folgenden Terminen ohne Anmeldung für Gespräche zur Verfügung:

  • 05. Februar 12:00-13:00 Uhr
  • 13. Februar 11:00-12:00 Uhr
  • 22. Februar 12:00-13:00 Uhr
  • 11. März 12:00-13:00 Uhr
  • 18. März 12:00-13:00 Uhr

Für Studierende

Ich betreue gerne Abschlussarbeiten (BA, MA/MEd, Dissertationen) zu Themen aus dem gesamten Bereich der Technik- und Umweltgeschichte. Da mir die Globalisierung der Geschichtswissenschaft am Herzen liegt, bin ich für außerdeutsche Themen offen. Wenn Sie eine Idee haben, schicken Sie mir einfach eine E-Mail oder kommen Sie in meine Sprechstunde. Um Zeitdruck zu vermeiden, empfiehlt sich für einhergehende Diskussionen über Ihr Vorhaben die Vereinbarung von gesonderten Terminen.


Interessen und Forschungsschwerpunkte

Rauch. Fruchtbarer Boden. Atomkraft. Mais. Naturschutz. Bergbau. Klimawandel. Binnenschifffahrt. Monokulturen. Es ist ein ziemliches Sammelsurium an Themen, mit denen ich mich in meinem akademischen Leben beschäftigt habe, und dahinter steckte gewiss kein strategischer Karriereplan. Man kann viel Spaß im akademischen Leben haben, wenn man seinen Interessen folgt, und zufällig passte das auch ganz gut zur Entwicklung der Technik- und Umweltgeschichte im vergangenen Vierteljahrhundert. Einstige Orthodoxien über den thematischen Kern der beiden Fächer haben sich nach und nach aufgelöst, und Technik- und Umweltgeschichte zählen heute zu den buntesten Disziplinen der Geschichtswissenschaft. Wenn Sie also mit einem Thema liebäugeln, das Ihnen ein wenig abseitig erscheint, dann kommen Sie doch einfach zu mir.

Im Moment stehen zwei Themen im Mittelpunkt meiner Forschungen. Da ist zum einen die Geschichte der Kernenergie in Deutschland. Dabei geht es nicht nur um die vertraute Kontroverse über eine kontroverse Art der Stromerzeugung. Man lernt eine Menge über Menschen, wenn man sich mit ihrer Energieversorgung beschäftigt. Dabei interessiert mich vor allem, wie in offenen Gesellschaften Entscheidungen für oder gegen nukleare Projekte getroffen wurden. Atomare Geschichte ist damit auch ein Beitrag zur Demokratiegeschichte.

Zum anderen bin ich seit 2021 Leiter eines ERC-Projekts zur Globalgeschichte der Monokultur. Das zielt auf eine neue Geschichte von Ernährung und Landwirtschaft in der globalen Moderne, die nicht aus der Vogelperspektive auf steigende Erträge oder eskalierende Umweltprobleme schaut, sondern auf die tägliche Arbeit in Plantagen, Massenställen und auf dem freien Feld. Hinter der Fülle billiger Lebensmittel im modernen Supermarkt stecken weltumspannende Produktionsregime, die im ständigen Krisenmodus agieren, und das hat Folgen für Menschen und natürliche Umwelten.

 

Lebenslauf

Nach dem Abitur am Gymnasium Laurentianum in Warendorf studierte ich Geschichte, Politikwissenschaft und Sozialwissenschaften an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Bielefeld sowie der Johns Hopkins University in Baltimore in den Vereinigten Staaten. Ich war von 1997 bis 2000 Promotionsstipendiat im DFG-Graduiertenkolleg des Instituts für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Bielefeld. Während der Arbeit an meiner Dissertation verbrachte ich das Frühjahr 1999 bei Prof. Joel Tarr an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. 2001 promovierte ich in Bielefeld mit einer Studie über Luftverschmutzung in Deutschland und den USA – damals eines der heißesten Themen der deutschen Umweltgeschichte.

Nach der Promotion blieb ich zunächst in Bielefeld, organisierte zusammen mit Joachim Radkau einen Fachkongress „Naturschutz und Nationalsozialismus“ für das Bundesumweltministerium und begann mit meinem Habilitationsprojekt zur Geschichte des landwirtschaftlichen Wissens in Deutschland. 2006 bekam ich ein Dilthey-Fellowship der VolkswagenStiftung und wechselte damit an das Forschungsinstitut des Deutschen Museums in München. Dort lehrte ich am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität (zeitweise als Vertretungsprofessor) und wurde zu einem der Gründerväter des Rachel Carson Centers for Environment and Society. In dieser Zeit wagte ich mich erstmals schreibend und lehrend aus dem Dunstkreis der deutschen und nordamerikanischen Geschichte heraus, die mir von meinen Qualifikationsschriften vertraut war. Dabei half ein bunter Zirkel von Historikern und anderen Forschern, die im Rachel Carson Center ein- und ausgingen.

2013 wechselte ich an die University of Birmingham in Großbritannien. Dort schrieb ich an einer Umweltgeschichte der modernen Welt, die ich zum ungläubigen Staunen einiger KollegInnen tatsächlich vollendete. Kurioserweise erschien die deutsche Übersetzung (Im Strudel, 2020) vor dem englischen Original (The Vortex, 2023), aber das war auch irgendwie folgerichtig bei einer Synthese der etwas anderen Art. Mehr über dieses und ein paar andere Bücher finden Sie hier.

Seit dem 1. Juni bin ich Professor für Technik- und Umweltgeschichte an der Ruhr-Universität.

Das ist der grobe Überblick über meinen akademischen Werdegang. Die Realität war natürlich kurvenreicher und komplizierter. Wenn Sie die Details interessieren, finden Sie hier meinen Lebenslauf.

 

Publikationen

Informationen zu meinen Veröffentlichungen finden Sie hier.