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Berlin feiert, Bochum erklärt

02.06.2026

240611 Toepfer 03
© Bundesarchiv | Fotograf: Rainer Weisflog

40 Jahre Bundesumweltministerium

Nach Tschernobyl beschloss die Regierung von Helmut Kohl, endlich ein Umweltministerium auf Bundesebene zu schaffen. Von der Sache her lange überfällig, eher Symbolpolitik als politisch-administrative Wasserscheide (weil viel schon anderthalb Jahrzehnte früher vom Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher reformiert worden war), aber dann das Sprungbrett für einen ambitionierten Minister namens Klaus Töpfer. Es war die große Zeit des Bundesumweltministeriums, das sich im Kampf mit den ökologisch fatalen Politiken in den Nachbarressorts profilierte (Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft...). Aber seit den neunziger Jahren ging es in der Umweltpolitik immer weniger um das Verbieten und immer mehr um das umsichtige Gestalten, und das läuft am besten, wenn jemand die Fäden in der Hand behält. Das wurde spätestens öffentlich erkennbar, als die Klimapolitik in der vergangenen Legislaturperiode ins Wirtschaftsministerium wechselte, um Energie- und Klimapolitik aus einem Guss zu machen. So ist das Umweltministerium eigentlich politisch-administrativ ein Auslaufmodell, das jedoch kein Politiker ernsthaft abschaffen will. So lebt er weiter, der Moment von vor 40 Jahren, der allen Bundesbürgern signalisieren sollte: Wir nehmen Umwelt jetzt so richtig ernst.

All dies erläuterte Frank Uekötter etwas ausführlicher in zwei Radiointerviews für SWR Kultur und WDR 5. Sie können sich natürlich auch an die Rede halten, die die Umweltministerin a.D. Angela Merkel bei der Festveranstaltung des Ministeriums hielt. Aber gell: Sie schauen ja auch deshalb auf diese News-Rubrik, weil Sie wissen, wo es die ehrlich-kritischen Einblicke gibt.

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© Bundesarchiv | Fotograf: Rainer Weisflog

40 Jahre Bundesumweltministerium

Nach Tschernobyl beschloss die Regierung von Helmut Kohl, endlich ein Umweltministerium auf Bundesebene zu schaffen. Von der Sache her lange überfällig, eher Symbolpolitik als politisch-administrative Wasserscheide (weil viel schon anderthalb Jahrzehnte früher vom Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher reformiert worden war), aber dann das Sprungbrett für einen ambitionierten Minister namens Klaus Töpfer. Es war die große Zeit des Bundesumweltministeriums, das sich im Kampf mit den ökologisch fatalen Politiken in den Nachbarressorts profilierte (Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft...). Aber seit den neunziger Jahren ging es in der Umweltpolitik immer weniger um das Verbieten und immer mehr um das umsichtige Gestalten, und das läuft am besten, wenn jemand die Fäden in der Hand behält. Das wurde spätestens öffentlich erkennbar, als die Klimapolitik in der vergangenen Legislaturperiode ins Wirtschaftsministerium wechselte, um Energie- und Klimapolitik aus einem Guss zu machen. So ist das Umweltministerium eigentlich politisch-administrativ ein Auslaufmodell, das jedoch kein Politiker ernsthaft abschaffen will. So lebt er weiter, der Moment von vor 40 Jahren, der allen Bundesbürgern signalisieren sollte: Wir nehmen Umwelt jetzt so richtig ernst.

All dies erläuterte Frank Uekötter etwas ausführlicher in zwei Radiointerviews für SWR Kultur und WDR 5. Sie können sich natürlich auch an die Rede halten, die die Umweltministerin a.D. Angela Merkel bei der Festveranstaltung des Ministeriums hielt. Aber gell: Sie schauen ja auch deshalb auf diese News-Rubrik, weil Sie wissen, wo es die ehrlich-kritischen Einblicke gibt.