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Corona ist Geschichte. Und deshalb reden wir darüber.

Vier Jahre sind vergangen, seit die Welt in den Lockdown ging. Im Sommersemester 2024 versucht sich das Kolloquium dieses Lehrstuhls an einer ersten Bilanz. Im interdisziplinären Dialog diskutieren Referenten und Zuhörer, was da eigentlich passiert ist und was das mit uns gemacht hat. Dabei stehen drei Fragenkomplexe im Mittelpunkt:

  • Erstens geht es um einen ersten Rohentwurf für die historiographische Aufarbeitung eines wahrhaft globalen Ereignisses. Wie schreiben wir die Geschichte von Corona? Welche Themen, Perspektiven, Kontexte stehen im Mittelpunkt, und wie gehen wir mit den unterschiedlichen Ebenen des Geschehens um?
  • Ein zweites Fragenbündel dreht sich um die Konsequenzen für die Forschung. Welche Forschungsfelder haben sich durch die Pandemie verändert? Inwiefern gibt es neue Fragen und neue Aufgaben für die Wissenschaft? Und was bleibt von diesen Impulsen, wenn die Pandemie aus dem Gedächtnis verschwindet?
  • Schließlich wird es drittens immer auch um die Frage nach der nächsten Katastrophe gehen – die ja nicht unbedingt pandemisch sein muss. Sind wir für die nächste unerwartete Krise besser gerüstet? Und was bedeutet es eigentlich, wenn plötzlich hereinbrechende Krisen zur globalen Normalität werden?

Das Kolloquium beginnt donnerstags um 16:00 Uhr c.t. im Raum 04/149. Die erste Sitzung findet am 11. April 2024 statt.

Nach jeder Sitzung fasst Frank Uekötter seine Beobachtungen in einem Corona-Blog zusammen.

Programm

11. April   

Frank Uekötter (RUB): Geschichten von einer globalen Krise, oder: Was sind eigentlich unsere Fragen?

18. April    

Malte Thießen (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte): Geschichte ohne Ende. Potenziale und Perspektiven einer Corona-Geschichte

25. April    

Martin Florack (Politikwissenschaftler, Wissenschaftscampus NRW): Coronakratie – zu den (demokratie)politischen Langzeitfolgen der Covid-Pandemie

06. Juni     

Céline Stehrenberger (Bergische Universität Wuppertal): Die Covid-19 Pandemie und die sozialwissenschaftliche Katastrophenforschung, 1949-2024

13. Juni     

Dirk Modler (RUB): "[...] daß unter den Truppen eine grassierende Seuche bekannter maßen herrscht." Das Zusammenspiel von Epidemien und Krieg im 18. Jahrhundert

20. Juni     

Michael Roos (RUB): Die Coronakrise als Auserlöser für einen Wandel in der Volkswirtschaftslehre?
 

05. Juli 10-12 Uhr  

Christian Bunnenberg (RUB): Das Coronarchiv - Eine Dokumentation der Gegenwart für Geschichte(n) von morgen?

11. Juli      

Marie von Lilienfeld-Toal (RUB): Die COVID-19-Pandemie aus Sicht der Krebsmedizin: Was wußten wir vorher schon, was wurde gut umgesetzt und was hätten wir lernen können?

18. Juli      

Ingrid Rihs (Gesundheitsamt Stadt Bochum): Risiken und Nebenwirkungen - Der öffentliche Gesundheitsdienst im Spannungsfeld der Pandemie.